Wie finde ich heraus, was ich beruflich wirklich will?
Mehr Klarheit bei der beruflichen Neuorientierung
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Eigentlich weißt du schon länger, dass du beruflich etwas verändern möchtest. Du fährst nicht mehr gerne zur Arbeit, kannst nach Feierabend schlecht abschalten oder ertappst dich immer wieder bei dem Gedanken:
Soll das jetzt wirklich so weitergehen?
Aber der Wunsch nach beruflicher Veränderung muss nicht erst entstehen, wenn der aktuelle Job kaum noch auszuhalten ist.
Manchmal verändert sich einfach das eigene Leben.
Vielleicht stellst du während oder nach der Elternzeit fest, dass der Job, der vorher gut funktioniert hat, plötzlich nicht mehr zu deiner Lebenssituation passt.
Vielleicht hast du viele Jahre beruflich zurückgesteckt, in Teilzeit gearbeitet und dich stärker um deine Familie gekümmert. Die Kinder werden größer und auf einmal entsteht wieder Raum für die Frage:
Und was möchte ich eigentlich?
Oder du bist schon deutlich länger im Berufsleben und denkst: „Ich habe noch einige Berufsjahre vor mir. Möchte ich die wirklich genauso verbringen wie bisher – oder möchte ich noch einmal etwas machen, auf das ich richtig Lust habe?“
So unterschiedlich die Ausgangssituationen sind, irgendwann steht häufig dieselbe Frage im Raum:
Wie finde ich heraus, was ich beruflich wirklich will?
Denn zu wissen, dass du etwas verändern möchtest, bedeutet noch lange nicht zu wissen, wie diese Veränderung aussehen soll.
Was genau passt eigentlich nicht mehr?
Genau an diesem Punkt kommen Frauen auch zu mir ins Coaching.
Das Schwierige ist häufig nicht, überhaupt wahrzunehmen, dass etwas nicht mehr stimmt. Viel schwieriger ist es herauszufinden, was genau nicht mehr passt.
Liegt es an der Tätigkeit selbst? An der Führungskraft? An der Arbeitsbelastung? Fehlen Entwicklungsmöglichkeiten? Passen die Arbeitszeiten oder andere Rahmenbedingungen nicht mehr? Oder hast du selbst dich verändert und möchtest heute etwas anderes?
Und manchmal liegt die entscheidende Stellschraube gar nicht unmittelbar im Job.
Vielleicht möchtest du dich beruflich weiterentwickeln, aber zu Hause fehlt die Unterstützung, die du dafür bräuchtest. Vielleicht übernimmst du einen großen Teil der Familienarbeit und weißt nicht, woher die zusätzliche Zeit und Energie für den nächsten beruflichen Schritt kommen sollen. Oder dein Partner unterstützt deine beruflichen Pläne nicht so, wie du es dir wünschen würdest.
Dann wäre es zu kurz gegriffen, einfach nur nach einem neuen Job zu suchen.
Eine meiner Klientinnen brachte ihre Unsicherheit einmal sehr treffend auf den Punkt:
„Werde ich hier gerade verheizt – oder ist das eine riesige Karrierechance?“
Sie hatte schon in jungen Jahren eine herausragende Position erreicht und viele Freiheiten. Von außen konnte das durchaus nach einer großen Chance aussehen.
Gleichzeitig war ihre Rolle kaum geklärt. Sie hatte viel zu viel auf dem Tisch und ihr Vorgesetzter überließ ihr zwar viele Entscheidungen, gab ihr aber kaum Orientierung. Sie war zunehmend überfordert.
Und trotzdem war die Entscheidung für sie nicht offensichtlich. Denn was, wenn sie eine große Chance aufgab, nur weil es gerade schwierig war?
Genau deshalb geht es bei einer beruflichen Neuorientierung für mich zunächst darum, herauszufinden:
Wo liegt eigentlich die entscheidende Stellschraube?
Warum es so schwer sein kann herauszufinden, was du wirklich willst
Wenn wir in einer Situation feststecken, fehlt uns manchmal genau das, was wir eigentlich bräuchten: Abstand.
Arbeit, Familie, Termine und Verpflichtungen laufen weiter. Wir funktionieren. Gleichzeitig wirken Erwartungen und innere Sätze wie:
„Das muss ich doch schaffen.“
„Das wird von mir erwartet.“
„Andere bekommen das doch auch hin.“
„So eine Chance darf ich doch nicht aufgeben.“
Gerade bei Frauen lohnt es sich außerdem, gesellschaftliche Erwartungen und Rollenbilder mitzudenken. Denn was wir uns beruflich zutrauen und welche Möglichkeiten wir überhaupt für uns in Betracht ziehen, entsteht nicht völlig unabhängig von unserem Umfeld und unserer Sozialisation.
Kurz eingeordnet: Was sagt die Forschung?
Die OECD zeigt, dass sich geschlechtsspezifische Vorstellungen von Beruf und Führung bereits im Jugendalter zeigen. Eltern, Lehrkräfte, Freundeskreis und Medien können solche Vorstellungen mitprägen. Bei 15-Jährigen zeigen sich beispielsweise bereits deutliche Unterschiede darin, wer später eine Tätigkeit im Management oder als Geschäftsführung erwartet.
Eine Metaanalyse von 174 Stichproben mit insgesamt 138.557 Personen fand ebenfalls einen kleinen, aber statistisch bedeutsamen Unterschied bei den Führungsambitionen von Frauen und Männern. Die Studie betrachtet diese Unterschiede unter anderem vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Geschlechterrollen.
Zum Weiterlesen:
OECD: Gender Equality in a Changing World – Women still lag behind men in reaching leadership roles
Metaanalyse: A meta-analytic review of the gender difference in leadership aspirations
Das bedeutet nicht, dass hinter jedem beruflichen Zweifel einer Frau ein gesellschaftliches Rollenbild steckt. Aber es kann sinnvoll sein, diese Ebene mitzudenken.
Denn bei einer beruflichen Neuorientierung geht es nicht nur um die Frage:
„Welcher Job passt zu mir?“
Sondern zunächst darum, herauszufinden:
Was möchte ich eigentlich – und was glaube ich nur tun, leisten oder aushalten zu müssen?
Was kann im Coaching dabei helfen, Klarheit zu gewinnen?
Genau dafür kann Coaching einen Raum schaffen: einmal aus dem täglichen Funktionieren herauszutreten und die eigene Situation mit Abstand zu betrachten.
Dabei muss am Anfang noch gar nicht feststehen, wohin die berufliche Reise gehen soll.
Eine wichtige Frage kann zunächst sein:
Was soll eigentlich anders werden?
Woran würdest du merken, dass sich beruflich wirklich etwas zum Positiven verändert hat? Was wäre in deinem Alltag anders? Vielleicht würde deine Familie merken, dass du wieder mehr Energie hast. Vielleicht würdest du abends nicht mehr ständig über die Arbeit nachdenken. Vielleicht hättest du wieder mehr Freude an dem, was du tust.
Von dort aus können wir genauer hinschauen, was du für eine berufliche Situation brauchst, die zu dir passt.
Dabei können zum Beispiel deine Werte und Bedürfnisse eine Rolle spielen. Für eine Frau ist viel Gestaltungsspielraum wichtig, eine andere braucht Sicherheit, gute Zusammenarbeit oder das Gefühl, mit ihrer Arbeit etwas Sinnvolles zu bewirken.
Ein anderer Ansatzpunkt können deine Stärken und Kompetenzen sein.
Gerade hier erlebe ich bei Frauen häufig, dass sie vieles, was sie können und leisten, für selbstverständlich halten: „Das kann doch jede.“ „Das ist doch nichts Besonderes.“
Deshalb schauen wir im Coaching nicht nur auf Abschlüsse, Berufsbezeichnungen und das, was im Lebenslauf steht. Auch Erfahrungen aus Familie, Ehrenamt oder anderen Lebensbereichen können sichtbar machen, welche Fähigkeiten du mitbringst.
Werte und Stärken sind dabei nur zwei mögliche Ansatzpunkte. Was wir im Coaching anschauen, hängt davon ab, was du für deine eigene Klärung brauchst.
Wenn plötzlich Möglichkeiten sichtbar werden, die vorher gar nicht auf dem Tisch lagen
Eine meiner Klientinnen kam beispielsweise zu mir, weil sie sich auf eine bestimmte Führungsposition bewerben wollte. Zu Beginn schien die Richtung also ziemlich klar zu sein.
Im Coaching stellte sich allerdings heraus: Diese konkrete Position passte eigentlich gar nicht so gut zu ihr.
Gleichzeitig wurde etwas anderes sichtbar. Sie hatte bereits eine Führungsrolle im Ehrenamt übernommen und dort Erfahrungen gesammelt, die ihr lagen und Freude machten.
Daraus entwickelte sie eine ganz andere berufliche Perspektive: ihre Erfahrungen künftig zu nutzen, um andere Menschen in ähnlichen Rollen zu schulen und zu begleiten – möglicherweise sogar im Rahmen einer nebenberuflichen Selbstständigkeit.
Genau darum geht es mir im Coaching.
Meine Klientin entwickelt die Ideen und Lösungen, die zu ihr und ihrem Leben passen.
Ich entscheide nicht, was für sie richtig oder falsch ist. Meine Aufgabe als Coachin ist es, Fragen zu stellen, neue Perspektiven zu eröffnen und sie dabei zu begleiten, ihre eigenen Antworten zu finden.
Dabei kann auch sichtbar werden, wo die eigenen Entscheidungen bisher stark von Erwartungen oder Glaubenssätzen geprägt waren.
Und dann entsteht Raum für eine andere Frage:
Was ist für mich und mein Leben eigentlich der passende Weg?
Kurz eingeordnet: Was wissen wir über die Wirkung von Coaching?
Eine 2024 veröffentlichte Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit von professionellem systemischem Coaching im Arbeits- und Organisationskontext. Einbezogen wurden 24 Studien mit insgesamt 1.405 Personen. Die Autor:innen berichten insgesamt mittlere bis starke Effekte; betrachtet wurden emotionale, kognitive und verhaltensbezogene Wirkungen. Gleichzeitig unterscheiden sich die einbezogenen Studien deutlich, weshalb sich beispielsweise einzelne Wirkfaktoren nicht systematisch bestimmen ließen.
Zum Weiterlesen:
Zur Wirksamkeit von systemischem Coaching im Arbeits- und Organisationskontext – Eine Metaanalyse
Coaching ist also kein Versprechen dafür, dass anschließend automatisch die eine richtige Entscheidung feststeht. Es bietet vielmehr einen professionellen Reflexionsraum, in dem neue Perspektiven und eigene Lösungen entstehen können.
Du musst nicht wissen, welcher Job für immer zu dir passt
Berufliche Klarheit bedeutet auch nicht, dass du anschließend mit hundertprozentiger Sicherheit weißt, welcher Beruf für den Rest deines Lebens der richtige ist.
Manche Dinge können wir reflektieren und gut vorbereiten. Andere finden wir erst heraus, wenn wir sie ausprobieren.
Vielleicht stellst du in einer neuen Position fest, dass sie anders ist als erwartet. Vielleicht merkst du in der Probezeit, dass ein Unternehmen doch nicht zu dir passt. Und vielleicht verändert sich das, was du von deiner Arbeit brauchst, im Laufe deines Lebens noch einmal.
Das ist kein Scheitern.
Viel wichtiger ist, dass du deine eigenen Kriterien besser kennst und auf dieser Grundlage entscheiden kannst, was du ausprobieren möchtest – und auch wieder neu entscheiden kannst, wenn etwas nicht passt.
Berufliche Neuorientierung beginnt mit Klarheit
Und manchmal führt eine berufliche Neuorientierung am Ende gar nicht zu einem neuen Job.
Vielleicht stellst du fest:
Eigentlich möchte ich bleiben.
Vielleicht müssen sich Aufgaben oder Rahmenbedingungen verändern. Vielleicht braucht es ein Gespräch, das längst überfällig ist. Vielleicht möchtest du klarere Grenzen setzen. Oder du erkennst, dass dein Job grundsätzlich zu dir passt, du aber mit einer anderen Haltung auf deine Situation schauen möchtest.
Auch das kann ein Ergebnis von beruflicher Neuorientierung sein.
Für mich beginnt sie deshalb mit Klarheit:
Was will ich eigentlich? Was brauche ich? Und was davon möchte ich verändern?
Die Antwort darauf muss nicht dem entsprechen, was andere für den nächsten logischen Karriereschritt halten. Sie sollte zu dir und zu deinem Leben passen.
Wenn du merkst, dass du diese Fragen schon länger mit dir herumträgst und alleine nicht weiterkommst, kann Coaching dir den Raum geben, deine Situation mit Abstand zu betrachten und deine eigenen Antworten zu entwickeln.
In meinem 1:1-Coaching begleite ich Frauen genau bei diesem Klärungsprozess.






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